Warum hat die Londoner Polizei bei Coronavirus-Sündern aufgegeben?


Milde Temperaturen treibt derzeit viele Briten nach draußen, um das derzeit schöne Wetter zu genießen. Oft werden dabei Abstände nicht eingehalten – Strafen befürchten brauchen Coronavirus-Sünder in London jedoch offenbar nicht mehr. Die Polizei hat angesichts der ausufernden Anzahl der Verstöße einfach aufgegeben. „Wir haben genug davon. Es ist nicht kontrollierbar“, erklärte jüngst der Chef der Polizeibehörde.

„Wir haben genug“

Viele Menschen in der britischen Hauptstadt zieht es derzeit in die Parks und die Flaniermeilen der Metropole. Menschenansammlungen, die laut den Coronavirus-Maßnahmen verboten sind, stehen dabei an der Tagesordnung. Allein im Zentrum Londons habe man Strafen von insgesamt 70.000 Pfund (umgerechnet knapp 81.000 Euro) verhängt.

Die Polizei will nicht mehr kontrollieren

Damit ist nun aber vorläufig Schluss, denn das „Metropolitan Police Service“ hat genug vom Dauereinsatz, um große Menschengruppen aufzulösen, wie die Zeitung „Telegraph“ berichtete. „Die Polizei will das nicht kontrollieren“, erklärte der Chef der ‚Met Police‘, Ken Marsh, dem Blatt. Bei Kontrollen oder Amtshandlungen könnten die Beamten häufig selbst die Abstände nicht einhalten – es gehe dabei auch um den Schutz der Einsatzkräfte, so Marsh.

Keine Priorisierung für Polizisten bei Impfung

Der Polizeichef will nun juristisch prüfen, ob Beamte sich weigern könnten, die Abstandsregeln zu kontrollieren – zumindest, bis sie geimpft sind. „Das ist nicht das, was wir wollen, aber wenn wir das tun müssen, um meine Kollegen zu schützen, werde ich das tun“, zeigte sich Marsh kampfbereit. Polizisten werden im Impfprogramm nicht bevorzugt behandelt.

Etwas Entspannung in der angespannten Situation werden wohl ohnehin bald die Lockerungen bringen. Ab kommendem Montag dürfen sich wieder zwei Menschen im Freien treffen. Ab 29. März sind Menschenansammlung mit sechs Personen wieder erlaubt.

In Hackney Wick im Osten London war vergangenen Samstag nicht zu erkennen, dass man sich in einer Pandemie befindet.