War Dr. Fauci an der Finanzierung der Koronaforschung beteiligt?


Schon Anfang Juni habe ich über die „amerikanische Spur zur Covid-19“ berichtet. Damit war ich nicht einmal schnell, denn die Informationen waren bereits einige Wochen zuvor in den USA veröffentlicht worden.

Dr. Fauci geleitete US-Behörde Forschungen

Kurz zusammengefasst ging es darum, dass die von Dr. Fauci geleitete US-Behörde Forschungen finanziert hat, die die in New York ansässige NGO EcoHealth Alliance in Wuhan durchgeführt hat. Die NGO wird von einem gewissen Dr. Peter Daszak geleitet, der die Forschungen in Wuhan zusammen mit der Chinesin Dr. Shi betrieben hat. Erforscht wurden dabei Corona-Viren von Fledermäusen und es wurde erforscht, ob und wie diese Viren auf den Menschen überspringen und eine Epidemie auslösen können. Dazu wurden die Viren entsprechend verändert. Insgesamt sind demnach über drei Millionen Dollar von der US-Regierung für diese Forschungen nach Wuhan gegangen.

Der Grund dafür, die Forschungen in Wuhan zu betreiben, war, dass das Weiße Haus 2014 unter Obama ein Verbot der Untersuchung von „Monsterkeimen“ verhängt hatte. Dabei ging es um die sogenannte GOF-Forschung an Influenza-, MERS- und SARS-Viren als Waffen. GOF bedeutet Gain of Function und ist in der Wissenschaft die Bezeichnung für die erhöhte Ansteckungsgefahr von Krankheitserregern. Es ging also bei der von der US-Regierung finanzierten Forschung in Wuhan um die Frage, wie Corona-Viren für den Menschen ansteckender werden können. Bei solchen Forschungen werden Viren entsprechend verändert und erforscht und diese Forschung wurde an das Wuhan Institute of Virology in China „ausgelagert“ und von Faucis Behörde über die NGO von Peter Daszak finanziert.

Es wurden auch Ergebnisse der Arbeiten veröffentlicht, an denen die Doktoren Shi und Daszak zusammen mit dem renommierten US-Forscher Dr. Baric geforscht haben. Daszak war ganz stolz auf die Zusammenarbeit mit dem Labor und Wuhan und hat vor dem Ausbruch von Covid-19 in Interviews darüber gesprochen.

Der Spiegel und sein Problem

Für den Spiegel war und ist das ein schwieriges Thema. Dort wurde diese Nachricht erst Anfang Juli, in einer Titelstory der Printausgabe verarbeitet und damit wurde diese zu dem Zeitpunkt schon zwei Monate alte Information quasi als journalistisches Highlight der Woche präsentiert. Die Schwierigkeit des Spiegel besteht in seinen Narrativen, denn bekanntlich sind die USA für den Spiegel super und Dr. Fauci ist quasi ein Heiliger, weil er das gewollte Corona-Narrativ vertritt. Da ist die Information, dass Covid-19 möglicherweise das Ergebnis von Forschungen ist, die Dr. Fauci in Wuhan bestellt und finanziert hat, ziemlich störend.

Der Spiegel hat diese Information in seiner Titelstory daher auch nur recht kurz erwähnt. Der Tenor der Titelstory war stattdessen, dass man China nicht trauen kann, dass China wohl etwas zu verheimlichen habe und dass das Virus möglicherweise aus dem Labor in Wuhan stammt. Dass dort mit Geldern der US-Regierung an eben diesen Coronaviren geforscht wurde, ging in der langen Titelstory, die mit China-Bashing vollgestopft war, unter, wie ich hier im Detail aufgezeigt habe.

Knapp drei Wochen später war das Thema wieder Inhalt eines Spiegel-Artikels, in dem es um eine Anhörung im US-Parlament ging, bei der ein Abgeordneter Dr. Fauci damit konfrontiert hat. Der Spiegel brachte dabei das Kunststück fertig, all die bekannten Informationen, die der Spiegel selbst in seiner Titelstory sogar erwähnt hatte, als Behauptungen, Unterstellungen und „Provokation“ des „Trump-treuen“ Senators Rand Paul hinzustellen, anstatt seinen Lesern mitzuteilen, dass all das der Wahrheit entspricht.

Dr. Fauci und die GOF-Forschung

US-Präsident Biden hat die US-Geheimdienste vor einiger Zeit angewiesen, den Ursprung von Covid-19 zu klären. Auch damit wird davon abgelenkt, dass die Antwort auf diese Frage möglicherweise nicht in China, sondern in den USA zu finden ist.

Ich bereits mehrmals geschrieben, dass man keine Geheimdienste braucht, um die Herkunft von Covid-19 zu klären, es würde wahrscheinlich völlig ausreichen, wenn Dr. Fauci offenlegt, woran er in Wuhan hat forschen lassen. Außerdem muss geklärt werden, ob das Virus, das Covid-19 auslöst, aus dem Labor in Wuhan stammt. Und wenn das so ist, dann stellen sich die Fragen, wie es aus dem Labor „ausbrechen“ konnte und vor allem, ob es mit Geldern von Dr. Fauci geschaffen wurde. Die Antworten auf diese Fragen dürften in den Schränken von Dr. Fauci und der NGO EcoHealth in New York liegen.

So weit sind wir aber noch nicht, denn in den USA geht es derzeit um Wortklauberei. Die Frage, um die es momentan geht, ist, ob Dr. Fauci in Wuhan Gain-of-Function-Forschung finanziert hat oder nicht. Wenn ja, dann hätte er sich erstens über das Verbot der US-Regierung hinweggesetzt und zweitens hätte er im Mai den US-Kongress belogen, als er genau danach gefragt wurde und verneint hat, dass es sich um Gain-of-Function-Forschung gehandelt hat. Den Kongress zu belügen, ist jedoch eine Straftat und Dr. Fauci würden bis zu fünf Jahre Haft drohen.

Um diese Frage geht es dem US-Senator Rand Paul, wenn er Dr. Fauci dazu befragt. Und da Dr. Fauci zugegeben hat, dass im Labor in Wuhan mit seinem Geld Coronaviren so verändert wurden, dass bei Tieren vorkommende Coronaviren für den Menschen ansteckend werden, liegt es wohl auf der Hand, dass Dr. Fauci im Mai gelogen hat.

Das habe ich in meinem Artikel über den Streit von Fauci und Paul dargelegt und dem Spiegel vorgeworfen, dass er davon abgelenkt hat, indem er Rand Paul mit abwertenden Adjektiven beschrieben und Dr. Fauci als ehrenwerten Experten dargestellt hat. Der Spiegel-Leser sollte den Eindruck bekommen, der „Trump-treue“ Senator sei ein Spinner, der Fauci mit geplanten Provokationen attackiert, wie es der Spiegel formuliert hat.

Die Luft wird dünn für Dr. Fauci

Anscheinend hat man auch beim Spiegel bemerkt, dass das Problem, vor dem Fauci steht, möglicherweise nicht mehr zu vertuschen ist. Der Spiegel hat nun wieder einen Artikel zu dem Thema veröffentlicht, in dem der Spiegel schon recht deutlich einräumt, dass Fauci die Forschungen in Wuhan finanziert hat. Zwar wird Fauci in dem Artikel mit der Überschrift „Ursprung der Coronapandemie – Für Fauci wird es persönlich“ immer noch ausgesprochen positiv dargestellt, aber sein Problem wird deutlicher beim Namen genannt, als in früheren Spiegel-Artikeln.

In dem Artikel wird Fauci zunächst noch einmal als Experte dargestellt, der von den US-Republikanern aus politischen Gründen angegriffen wird und auch das Problem der Gain-of-Function-Forschung wird erklärt. Interessant ist aber, dass der Spiegel über den Streit zwischen Paul und Fauci bei der letzten Anhörung im US-Parlament nun vollkommen anders berichtet, als einige Tage zuvor. Da hat der Spiegel Paul noch als unglaubwürdig dargestellt Nun plötzlich klingt es im Spiegel ganz anders. Nachdem in dem aktuellen Spiegel-Artikel noch einmal zu lesen ist, dass die Republikaner Fauci aus politischen Gründen angreifen, kann man danach plötzlich lesen:

„Doch damit ist nicht zwingend gesagt, dass an Pauls Vorwürfen gegen Fauci und die NIH in der Sache nichts dran ist. Dass Forschungsgelder der Behörde über eine New Yorker NGO namens EcoHealth Alliance an das Institut in Wuhan flossen, ist unbestritten.
Paul verwies in der jüngsten Anhörung zudem auf eine Studie, die Wissenschaftler des Instituts 2017 gemeinsam mit dem Präsidenten der EcoHealth Alliance veröffentlichten. Die Forscher berichten darin, dass es ihnen gelungen sei, Eigenschaften aus der Erbsubstanz verschiedener Coronaviren zu neuen – menschengemachten – Viren zu kombinieren. Zwei dieser neu geschaffenen Viren replizierten demnach in menschlichen Zellen.
Unter den Förderern ihrer Arbeit listeten die Autorinnen und Autoren auch die NIH auf.“

Es stimmt also, was Leser des Anti-Spiegel seit Anfang Juni wissen: Die Forschungen an Coronaviren in Wuhan wurden seit 2014 mit Geld von Faucis Behörde finanziert und dabei wurden Coronaviren von Fledermäusen so verändert, dass sie für den Menschen ansteckend werden.

Die Wortklauberei

Der Spiegel übernimmt nun die Verteidigungslinie von Dr. Fauci, für den es anscheinend eng wird, denn wenn er in Wuhan Gain-of-Function-Forschung finanziert und darüber im US-Kongress gelogen hat, droht ihm eine Haftstrafe. Von der zweiten Frage, ob Covid-19 das Ergebnis der von Fauci finanzierten Forschung ist, ganz zu schweigen. Im Spiegel klingt das nun so, wie ich es schon vor Tagen formuliert habe: Es geht um die Definitionsfrage, ob die von Fauci finanzierten Forschungen Gain-of-Function-Forschung waren oder nicht. Ich nannte das „Haarspalterei“, der Spiegel spricht nun von „Wortklauberei“:

„Doch handelt es sich dabei auch um Gain-of-Function-Forschung, wie Paul behauptet? Oder ist das nicht der Fall, wie Fauci erwidert?
Letzten Endes ist das eine Definitionsfrage. Diese ist im Detail hoch kompliziert – und aus Sicht von Experten wie dem Genetiker Günter Theißen nicht entscheidend. Es handle sich dabei um »Wortklauberei«, sagt der Professor an der Universität Jena dem SPIEGEL. »Wir sollten über Sachen streiten, nicht über Begriffe.« Und in der Sache sei klar, dass diese Art Forschung – ganz gleich wie man sie nennen mag – große Risiken berge.“

Damit lenkt der Spiegel erneut von Fauci und seiner Rolle bei Covid-19 ab, indem er die generelle Frage aufwirft, ob diese von den USA finanzierten Forschungen riskant sind. In dem letzten Absatz des Spiegel-Artikels wird dann noch einmal der Eindruck erweckt, die Kritik an Fauci sei nicht sachlich:

„Bei Sachkritik wird es indes auch in Zukunft nicht bleiben. Die republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene, eine Art hauseigene Verschwörungstheoretikerin im Kongress, brachte unlängst den Entwurf für einen »Fire Fauci Act« im Kongress ein. Dieser Entwurf wird im Parlament zwar verhungern. Dennoch kann man ihn als Vorzeichen deuten: Weitere persönliche Attacken gegen den Experten werden folgen.“

Ein wenig Kaffeesatzleserei

Es ist wirklich spannend zu beobachten, wie der Spiegel sich bei dem Thema windet. Zuerst hat der Spiegel seinen Lesern das Thema wochenlang verheimlicht. Seit Anfang Juli scheint man sich beim Spiegel nicht sicher zu sein, wie man mit dem Thema umgehen soll. In der Titelstory von Anfang Juli wurde zwar erwähnt, dass Fauci die Forschungen in Wuhan finanziert hat, aber es wurde mit dem Finger auf China gezeigt. Dann wieder hat der Spiegel Fragen zu dem Thema als Unterstellungen eines „Trump-treuen“ Senators dargestellt, obwohl man es in der Spiegel-Redaktion besser weiß, denn nur ein paar Tage später ist das in dem aktuellen Spiegel-Artikel plötzlich wieder „unbestritten“.

Das wirft die Frage auf, warum der Spiegel bei dem Thema so „herumeiert“. Es steht zu vermuten, dass Fauci wohl auf Dauer nicht mehr zu halten ist. Selbst wenn man es am Ende hinbekommt, das, was Fauci finanziert hat, nicht als Gain-of-Function-Forschung einzustufen, wird man ihn früher oder später aus der Schusslinie nehmen müssen. Das ist ein bewährtes Rezept im Westen: Wenn jemand zu viel Mist gebaut hat, wird er aus der Schusslinie genommen und es werden andere Themen in den Vordergrund gerückt. In Deutschland zum Beispiel hat man Ursula von der Leyen vor ihrer Berateraffäre gerettet, indem man sie nach Brüssel „weggelobt“ hat. Ihre Berateraffäre hat dann, nachdem von der Leyen nicht mehr Verteidigungsministerin war, das mediale Interesse verloren.

In den USA macht man in Sachen Covid-19 Front gegen China und dabei könnte Fauci stören. Eine Möglichkeit, das Anti-China-Narrativ zu retten, könnte werden, dass man zwar eingesteht, dass Faucis die Forschungen in Wuhan das finanziert hat (ja sogar, dass Covid-19 dabei im Labor entstanden ist), aber dass die USA nichts dafür können, dass die Chinesen so schlampig sind, das Virus aus dem Labor entkommen zu lassen. Und schon liegt der Schwarze Peter wieder bei China und niemand fragt mehr nach der Rolle der USA. Damit das funktioniert, müsste Fauci aus der Schusslinie genommen werden, denn solange seine fragwürdigen Antworten vor dem US-Kongress Schlagzeilen machen, ist es für die Medien schwieriger, den Fokus auf China zu lenken.

Das ist nur eine Theorie, aber wir werden in den nächsten Wochen sehen, wie es weitergeht. Dass die USA schuld an der Pandemie und ihren Folgen sind, wird man in den USA mit allen Mitteln bestreiten und selbst wenn es so sein sollte, werden die Medien davon ablenken. Das tun sie bisher schon, wie die Historie der Spiegel-Artikel zu dem Thema zeigt. Faucis peinliche Auftritte stören dabei allerdings, weshalb ich vermute, dass er bald in Ruhestand geht. Immerhin ist der Mann schon 80 Jahre alt.