Spottet das Netz über Söder?


Ihr wisst sicherlich noch, als Söder sich Hoffnungen machte, der nächste deutsche Kanzler zu werden? Mit dem Blick nach Wien kopierte er den totalitären Corona-Kurs von Sebastian Kurz – und legte teilweise noch ein „Schäuferla“ drauf.

Söder ohne Glanz, aber Gloria in Monte Carlo

Dann war den CDU-Leuten die Sorge vor einem Kanzler aus dem Freistaat aber doch zu groß und sie stellen Laschet auf. Jetzt bleibt ihm nichts anderes übrig, als seine Corona-Politik einsam zu fahren: Denn nicht einmal seine eigene Tochter will den Sinn darin sehen. Er selbst sucht seine Flucht in einer hochnotpeinlichen Selfie-Tour quer durch Bayern.

Nichts wurde es damit, zum Stolz der Nation zu werden. Nicht einmal der Stolz Bayerns oder seiner fränkischen Heimat ist der Ministerpräsident. Und Töchterchens Stolz schon gar nicht. Denn während Söder das Volk an der kurzen Leine hält, vergnügt sich seine Tochter Gloria in Monaco. Also dort, wo die Reichen und Schönen ein und aus gehen – laut Robert-Koch-Institut übrigens ein Hochrisiko-Gebiet.

Gut, ich verdenke es ihr wahrscheinlich ebensowenig wie der Großteil der Söder-Kritiker. Nicht, dass ich ihr unterstellen will, dass sie sich für Papa Markus schämt. Aber die Optik lässt tief blicken – und das merkt auch das Volk. Das zerreißt sich nämlich das Maul über den Luxus-Urlaub mit Glanz, Glitter und Gloria im Stadtstaat an der französischen Riviera.

Das Repertoire der Kommentare ist dabei breit. Es reicht von „das Volk hat er im Griff, bei der Tochter versagt er“ über „Wasser predigen und Wein saufen“ bis hin zum zweierlei Maß: „So ist das, andere dürfen nicht. Aber die eigene Familie ist erlaubt.“ Ein anderer Nutzer ulkt: „Die junge Dame ist erwachsen. Die lässt sich vom Papi nix mehr verbieten.“ Auf Instagram schreibt ein erboster Bürger: „Muss Spaß machen wenn der Vater das eigene Volk knechtet und die Kinder machen dürfen, was die wollen“

Masken-Markus allein zu (Wirts-)Haus

Und so bleibt Söder Senior ohne Töchterchen an der Seite nichts anderes übrig, als beim Fototermin in Nürnberg alleine beim Wirten anzutanzen. Ganz mutterseelenallein sitzt er in der Wirtschaft, nachdem seine Politik die Gastronomen ein halbes Jahr lang zur Total-Sperre zwang. Und im Gegensatz zum großen Vorbild Kurz leistet ihm auch keine Medien-Meute Gesellschaft. Sein Hinweis auf die freien Plätze wirkt fast ein wenig verzweifelt. Verdeckt die Maske im Gesicht dabei wohl keine traurige Miene?

Jedenfalls braucht auch hier der, welcher den Schaden hat, für den Spott nicht zu sorgen. In den Kommentaren schreibt ein Nutzer: „Entweder es gibt da nur warmes Bier oder man mag die Gesellschaft, auf die man sich einlassen müsste, nicht.“ Ein anderer ärgert sich über seine Politik: „Jetzt verhöhnen Sie die Gastwirte auch noch, die Sie herunter gewirtschaftet haben. Den Test-Quatsch macht halt keiner mit.“ Andere wiederum wundern sich, dass er überhaupt bedient wird: „Es wundert mich, dass es überhaupt noch Gastronomen gibt, die Sie bedienen! Bei mir hätten Sie Lokalverbot.“

…und im Nebelgebirge

Papas ganzer Stolz macht einen auf „Elite-Corona-Party“ – und er selbst sitzt ohne einen einzigen Freund oder Parteifreund im Schanigarten. Das Volk, das er so gerne hinzu bitten möchte, nimmt nirgendwo neben ihm Platz. Aber er versucht es zu maskieren. Allerdings nicht im heimatlichen Nürnberg, sondern im Gebirge. Denn den Gipfel der absurden Selbstdarstellung erreichte der Markus aus dem Flachland, als er sich mit einer FFP2-Maske ablichten ließ.

Alleine, im Freien, auf einem Berg im Berchtesgadener Land, Hauptsache keine bösen Coronaviren. Das belustigt das Volk freilich: „Tag und Nacht, ob Tal oder Berge , der Herr hält den Virus in Schach. Durch das Tragen einer FFP2 Maske an der frischen Luft zwingt dieser Herr das Virus hoffentlich bald komplett in die Knie. Weiter so …. nur so werden wir unsterblich“, geht der Schalk mit einer Kommentatorin durch.

Auch Heimattümelei schützt vor Volkes Strafe nicht

Da hilft dem Schmalspur-Despoten von den Gestaden der Pegnitz (das ist das Rinnsal, das sich durch die Franken-Metropole Nürnberg schlängelt) wohl nicht einmal seine legendäre Verkleidungskunst vergangener Fasnachtsumzüge. Die hat freilich auch unter seiner einfallslosen Politik gelitten. Anstatt wie seinerzeit als Drag Queen, Shrek oder Edmund Stoiber aufzutreten, maskiert er sich mit dem Gesichtsfetzen. Wenigstens sitzt das bayerische Wappen medienwirksam auf Maske und Schildkappe.

Nach dem jäh gescheiterten Anlauf auf die Luxusräumlichkeiten des Bundeskanzleramtes in Berlin weiß er also wenigstens wieder: „Mein Platz ist in Bayern und da bleibe ich auch.“ Geholfen hat ihm das bisserl Heimattümelei als Lippenbekenntnis aber auch nicht. Denn längst macht sich das Netz auch über diesen PR-Auftritt lustig. Eine Grafik, welche die Runde macht, ätzt recht treffend: „Sei auch DU wie Markus und geh im Raumanzug einkaufen“.

Klamm-heimlich die Maske fallen gelassen

Wenigstens kann man dem Markus eines nicht vorwerfen: Er ist konsequent – und hat dabei auch Mut zur Peinlichkeit. Am heutigen Dienstag lief er – mutmaßlich wieder im einsamen Tandem mit sich selbst – durch eine Klamm im malerischen Allgäu und lieferte. Denn auch von diesem Ausflug teilt er ein Selfie. Mit derselben Schildkappe – aber ohne seine geliebte Maske. Für den Volksmund ist das längst ein gefundenes Fressen – und die Söder-Memes beginnen von neu.

Selfie-Jagd als Beschäftigungstherapie

Söder macht also eine Landestour als Beschäftigungstherapie, während die saisonale Wärme die Corona-Zahlen nach unten treibt und seinem Knallhart-Kurs die rote Karte zeigt. Bis zum Herbst kennt er den Freistaat Bayern vermutlich aus so vielen Ecken wie Franz Josef Strauß, der in seinem Kinderzimmer über dem Bett hing. Der wortgewaltige Bayer verfügte allerdings freilich über etwas mehr Charisma als sein fränkischer Nachnachfolger und badete bei jeder Gelegenheit in der Menge.

Dafür hat es beim Markus nicht gereicht. Und das, obwohl es bis zum Kleinwalsertal, wo dies sein anderes Vorbild Kurz vor einem Jahr entgegen seiner Ratschläge ans Volk dies ganz ungeniert tat, nach dem Allgäu-Besuch wirklich ein Katzensprung ist. Aber heute ist nicht aller Tage Abend. Am Ende seiner Selfie-Jagd – nicht im komplett verwahrlosten Taxi, aber trotzdem quer durch Bayern – ist er vermutlich beliebter als zuvor. Denn, wenn das Wahlvolk schon nicht mit ihm lachen kann, dann wenigstens über ihn. Und lachen soll bekanntlich gesund sein. Gerade in einer sogenannten „Pandemie“.