Italien: Lohnsperre für alle Arbeiter ohne „COVID-Pass“?


Die italienische Regierung hat einen Plan gebilligt, das Covid-Zertifikat „Grüner Pass“ für alle Arbeitnehmer obligatorisch zu machen. Die Regelung, die eine Aussetzung der Bezüge für diejenigen vorsieht, die keinen Ausweis besitzen, wird im nächsten Monat in Kraft treten.

Neue Vorschriften für alle Arbeitnehmer

Das Programm, das am Donnerstag von der Regierung des Landes genehmigt wurde, wird am 15. Oktober in Kraft treten. Der italienische Senat unterstützte die Maßnahme mit überwältigender Mehrheit: 189 Ja-Stimmen, nur 32 Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Der Plan wird mindestens bis Ende dieses Jahres in Kraft bleiben.

Nach den neuen Vorschriften müssen alle Arbeitnehmer des öffentlichen und privaten Sektors in Italien eine Covid-19-Bescheinigung („Green Pass“) erhalten. Wer die Bescheinigung nicht auf Verlangen vorlegt, kann nach einer fünftägigen Nachfrist vom Dienst suspendiert, aber nicht entlassen werden.

Arbeitnehmer ohne gültiges Gesundheitszeugnis, die es dennoch wagen, zur Arbeit zu erscheinen, können mit Geldstrafen zwischen 600 und 1 500 € (705 bis 1 175 $) belegt werden. Weitere Einzelheiten der Regelung sollen in Kürze offiziell bekannt gegeben werden.

Im August hatte Italien den Ausweis zur Voraussetzung für den Besuch öffentlicher Einrichtungen wie Restaurants und Bars gemacht und ihn Anfang dieses Monats auch für Lehrer und andere Beschäftigte des öffentlichen Dienstes zur Pflicht gemacht. Nun ist es das erste europäische Land, das das Zertifikat für seine gesamte Belegschaft verbindlich vorschreibt.

Die immer strengeren Vorschriften für den „Grünen Pass“ haben in ganz Italien zu zahlreichen Protesten geführt.